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Pflanzenkunde

Bittermelone: Die Bittere, die man lieben lernt

7 Min. Lesezeit
Bittermelone: Die Bittere, die man lieben lernt

Kaum ein Gemüse polarisiert so wie die Bittermelone. In Asien steht sie seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan. Bei uns muss man sie erst kennenlernen. Ein Porträt einer Frucht, die ihren eigenen Weg geht.

Es gibt Lebensmittel, die man sofort mag. Die Bittermelone gehört nicht dazu. Wer sie zum ersten Mal probiert, verzieht meistens das Gesicht, und genau das ist der Punkt. Bitterkeit ist der Geschmack, den wir in unserer Ernährung am gründlichsten wegzüchtet haben. Salate wurden milder, Endivien zahmer, Grapefruits süßer. Die Bittermelone hat diesen Weg nicht mitgemacht.

In weiten Teilen Asiens ist sie deshalb keine Kuriosität, sondern Alltag. In Indien heißt sie Karela, in China Kǔguā, auf den Philippinen Ampalaya. Sie liegt dort auf jedem Markt, wird gefüllt, frittiert, in Currys gegeben oder als Saft getrunken. Was uns fremd erscheint, ist dort schlicht Gemüse.

Botanisch gesehen ein Kürbis

Momordica charantia gehört zu den Kürbisgewächsen und ist damit eng mit Gurke, Zucchini und Melone verwandt. Sie klettert als einjährige Ranke bis zu fünf Meter hoch und trägt gelbe, unscheinbare Blüten. Die Frucht ist das Auffälligste an ihr: länglich, spitz zulaufend, mit einer tief gefurchten, warzigen Schale, die je nach Sorte hellgrün bis dunkelgrün schimmert.

Der Name verrät die Botanik: „Momordica" kommt vom lateinischen mordere, beißen. Die Samen erscheinen wie angebissen. Reift die Frucht vollständig aus, platzt sie auf und gibt Samen frei, die von einem leuchtend roten, süßlichen Mantel umgeben sind, ein Farbkontrast, der in keinem Verhältnis zum bitteren Rest der Pflanze steht.

Woher die Bitterkeit kommt

Verantwortlich ist eine Gruppe von Pflanzenstoffen, die Cucurbitacine. Sie sind für die Pflanze ein Schutzmechanismus: Fraßfeinde meiden, was bitter schmeckt. Für uns sind sie der Grund, warum die Bittermelone unverwechselbar ist.

Geerntet wird sie deshalb unreif. Je länger die Frucht am Strauch bleibt, desto weicher, gelber und intensiver wird sie. Kulinarisch geht sie dabei verloren. In der Küche gilt: junge, feste, sattgrüne Früchte sind die besten.

Wie man ihr in der Küche begegnet

Wer die Bitterkeit etwas mildern möchte, kann die Frucht längs halbieren, das weiche Innere mit den Kernen entfernen, in feine Scheiben schneiden und leicht salzen. Nach etwa 20 Minuten wird sie abgespült, so bleibt ihr charakteristischer Geschmack erhalten, wirkt aber etwas milder.

In vielen asiatischen Küchen wird die Bitterkeit hingegen bewusst bewahrt. Ob in indischen Currys, chinesischen Wok-Gerichten oder dem traditionellen Gōyā Chanpurū aus Okinawa. Gerade ihr unverwechselbares Aroma macht die Bittermelone so besonders.

Warum wir sie passiert anbieten

Frische Bittermelone ist in Deutschland schwer zu bekommen und noch schwerer zuzubereiten, wenn man es nicht gelernt hat. Unsere passierte Bittermelone nimmt Ihnen diesen Schritt ab. Die Früchte werden nach einem speziell entwickelten Herstellungsverfahren schonend verarbeitet und passiert, sodass ihr charakteristischer Geschmack und ihre natürliche Beschaffenheit bestmöglich erhalten bleiben, bei gleichzeitig einfacher und alltagstauglicher Anwendung.

Unser Ziel war es nicht, die Bittermelone zu verändern, sondern sie einfacher zugänglich zu machen. Es bleibt dabei, was sie ist: bitter. Wir halten das für richtig.

Denn eine Bittermelone, die nicht bitter schmeckt, wäre keine echte Bittermelone.

Prof. Dr. Michael B. Krawinkel: ein renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erforschung der Bittermelone (Momordica charantia)

Prof. Dr. Michael B. Krawinkel war Professor für Ernährungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, einer deutschen Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in den Ernährungs-, Agrar- und Lebenswissenschaften, und beschäftigte sich über viele Jahre intensiv mit der Erforschung der Bittermelone (Momordica charantia).

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Fachpublikationen über die bioaktiven Inhaltsstoffe der Bittermelone und deren in der Forschung untersuchte Wirkmechanismen. Seine Übersichtsarbeiten und klinischen Untersuchungen bei Menschen mit Prädiabetes werden bis heute häufig in der wissenschaftlichen Fachliteratur zitiert.

Seine Forschungsarbeiten haben wesentlich zum wissenschaftlichen Verständnis der Bittermelone (Momordica charantia) beigetragen und werden bis heute regelmäßig in der wissenschaftlichen Fachliteratur zitiert.

Quellen